Frieden machen!

Wie Kriege beendet werden und wie Frieden gelingen kann

Gruppenfoto vor der Schlossaula: v. l.: Wolfgang Petritsch, Prof. Dr. Ulrich Schneckener, Fritz Brickwedde, Dr. Dana Landau, Prof. Dr. Martina Blasberg-Kuhnke, Markus Potzel, Prof. Dr. Reinhold Mokrosch

© Osnabrücker Friedensgespräche | Uwe Lewandowski

Fast täglich wird über die Kriegsschauplätze in Europas Nachbarschaft berichtet. Weniger im Fokus stehen die Möglichkeiten und Grenzen von Friedens- und Vermittlungsprozessen. Aus Anlass des 370jährigen Gedenkens an den Westfälischen Frieden zu Osnabrück und Münster widmete sich dieses Friedensgespräch dem Thema »Frieden machen«.

Freiheit der Literatur

Gruppenfoto vor dem Schloss

© Osnabrücker Friedensgespräche | Uwe Lewandowski

Liao Yiwu, 1958 in der Provinz Sichuan geboren, lebt als Exilschriftsteller in Berlin. Er floh im Jahr 2012 über Vietnam aus China und erhielt für seinen Roman Die Wiedergeburt der Ameisen im selben Jahr den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels. Dieser Roman stand im Mittelpunkt der Lesung – er ist allein in deutscher Sprache veröffentlicht, das chinesische Manuskript wurde stückweise aus dem Gefängnis geschmuggelt.

Digitale Medien

Wer beherrscht die ›fünfte Gewalt‹?

© Osnabrücker Friedensgespräche | Uwe Lewandowski

Mit Blick auf die ›sozialen Netzwerke‹, das Internet und die digitalen Medien überhaupt sind weiterhin große Erwartungen verbunden, es herrscht Goldgräberstimmung, was die kommerziellen Möglichkeiten angeht. Vom Schlagwort ›Digitalisierung‹ geht ein buntes Glücks- und Freiheitsversprechen aus: Worte, Töne, Bilder lassen sich mit einer unbegrenzten Menge Mensch tauschen. Nachrichten, Informationen und Wissen sind frei zugänglich, ebenso alle Arten von Spiel und Unterhaltung.

Militär und Justiz heute

© Osnabrücker Friedensgespräche | Uwe Lewandowski

Die Militärjustiz des »Dritten Reiches« hat mehr als 15.000 Todesurteile wegen Fahnenflucht verhängt. Die zum Zeitpunkt der Veranstaltung im Neubau der Universitätsbibliothek / Bereichsbibliothek am Westerberg gezeigte Ausstellung »›Was damals Recht war …. ‹. Soldaten und Zivilisten vor Gerichten der Wehrmacht« der Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas ließ tief blicken in ein System justizieller Disziplinierung, Bestrafung und Vernichtung, das die ihm unterstehenden Personen als Werkzeuge ohne Eigenrecht behandelt hat.

Brexit, Trump und »Populismus«

© Osnabrücker Friedensgespräche | Uwe Lewandowski

Die Schlagworte im Titel des Friedensgesprächs standen für aktuelle Befürchtungen in Europa und den USA: Brexit, die Aufkündigung der Mitgliedschaft in der EU durch Großbritannien, der Wahlsieg des ›verrückten‹ Präsidentschaftskandidaten Trump in den USA und der Aufstieg ›populistischer‹ Parteien und Bewegungen beherrschten die Debatten.

Modell Costa Rica? – Bildung statt Armee!

Schule und Erziehung haben in der costa-ricanischen Politik einen hohen Stellenwert. So wurde anlässlich der Abschaffung der Streitkräfte durch die Verfassung von 1949 entschieden, dass der bis dahin für das Militär ausgegebene Betrag, rund 6 % des Bruttoinlandsproduktes, künftig für Schule und Ausbildung vorzusehen sei. Der Bildungsstand ist – bezogen auf Lateinamerika, aber auch im weltweiten Vergleich – relativ hoch und das Schul- und Ausbildungssystem weit entwickelt.

Generationengerechtigkeit, Altersarmut und demographischer Wandel

© Osnabrücker Friedensgespräche | Uwe Lewandowski

Danse macabre? – Mathematik und Statistik der Rentenversicherung rechnen mit Leben und Tod. Die arbeitenden Jungen müssen für die erschöpften Alten bis zu deren Ende zahlen, so sieht es das Umlagesystem vor. Der gerechte Ausgleich zwischen den Generationen besteht darin, dass jeder mal in der einen Rolle ist, dann in der anderen. »Altersarmut« ist nur in gesetzlich zulässiger Höhe vorgesehen, »demografischer Wandel« macht die Neujustierung der Stellschrauben des Systems erforderlich. – Soweit, so funktional.

Reformation: Wirkt sie noch heute auf die Gesellschaft und das Miteinander der Religionen?

© Osnabrücker Friedensgespräche | Uwe Lewandowski

Welche positiven und welche negativen gesellschaftspolitischen Folgewirkungen hat die Reformation bis heute gehabt? Als erste Assoziation drängt sich die Spaltung der Kirche und die daraus erwachsene Rivalität der Konfessionen auf, die ihren Niederschlag im Dreißigjährigen Krieg, im ›Kulturkampf‹ unter Bismarck und im andauernden Tauziehen um den ›rechten Weg‹ der Ökumene gehabt haben. Aber ist nicht auch der Westfälische Frieden dem Wirken des Protestantismus mindestens teilweise zuzurechnen? Hat die Reformation nicht zur Befreiung des Volkes von staatlicher und kirchlicher Gesinnungskontrolle beigetragen?