Generationengerechtigkeit, Altersarmut und demographischer Wandel

© Osnabrücker Friedensgespräche | Uwe Lewandowski

Danse macabre? – Mathematik und Statistik der Rentenversicherung rechnen mit Leben und Tod. Die arbeitenden Jungen müssen für die erschöpften Alten bis zu deren Ende zahlen, so sieht es das Umlagesystem vor. Der gerechte Ausgleich zwischen den Generationen besteht darin, dass jeder mal in der einen Rolle ist, dann in der anderen. »Altersarmut« ist nur in gesetzlich zulässiger Höhe vorgesehen, »demografischer Wandel« macht die Neujustierung der Stellschrauben des Systems erforderlich. – Soweit, so funktional.

Reformation: Wirkt sie noch heute auf die Gesellschaft und das Miteinander der Religionen?

© Osnabrücker Friedensgespräche | Uwe Lewandowski

Welche positiven und welche negativen gesellschaftspolitischen Folgewirkungen hat die Reformation bis heute gehabt? Als erste Assoziation drängt sich die Spaltung der Kirche und die daraus erwachsene Rivalität der Konfessionen auf, die ihren Niederschlag im Dreißigjährigen Krieg, im ›Kulturkampf‹ unter Bismarck und im andauernden Tauziehen um den ›rechten Weg‹ der Ökumene gehabt haben. Aber ist nicht auch der Westfälische Frieden dem Wirken des Protestantismus mindestens teilweise zuzurechnen? Hat die Reformation nicht zur Befreiung des Volkes von staatlicher und kirchlicher Gesinnungskontrolle beigetragen?

Was wird aus der Friedensmacht Europa?

© Osnabrücker Friedensgespräche | Uwe Lewandowski

Der Frieden in Europa ist gestört – Krisenstimmung herrscht. Nach der Euphorie, die am Ende des Kalten Krieges die europäische Integration vorantrieb, machen sich Skepsis und Ernüchterung breit. Eurokrise, Schuldenkrise, Flüchtlingskrise, Globalisierungskrise; Brexit, neuer Nationalismus, Bürgerferne und weitere Gründe werden genannt. Aber eine umfassende Erklärung fehlt, und deshalb tun sich Pro-Europäer schwer, geeignete Lösungsvorschläge vorzulegen.

Der Westfälische Frieden als Denkmodell für den Mittleren Osten

© Universität Osnabrück | Elena Scholz

Der Vergleich aktueller blutiger Konflikte und der komplexen politischen Lage im Mittleren Osten mit dem Dreißigjährigen Krieg wird in Kommentaren und Presseberichten vielfach gezogen. Oft geschieht dies in erster Linie, um die scheinbare Ausweglosigkeit des Konflikts zu illustrieren – im schlimmsten Fall, um das Wegschauen zu entschuldigen. Fern eines solchen fatalistischen Rückgriffs auf die Geschichte verspricht die Auseinandersetzung mit dem Westfälischen Frieden von 1648 konstruktives Potential.

Das Kalifat des IS

Herausforderung durch religiösen Fundamentalismus?

© Osnabrücker Friedensgespräche | Uwe Lewandowski

Der Islamische Staat (IS) ist eine seit 2003 aktive, militärisch und terroristisch agierende sunnitische Miliz, die Teile des Irak und Syriens erobert hat. Im Juni 2014 gab der IS eine Staatsgründung unter Führung des Kalifen, eines »Nachfolgers« oder »Stellvertreters des Gesandten Gottes«, bekannt. Der IS kämpft u.a. in Libyen, um dort ein »Emirat« zu etablieren, und verübt Terroranschläge in Ländern seiner internationalen Kriegsgegner. Abu Bakr al-Baghdadi beansprucht als »Kalif Ibrahim, Befehlshaber der Gläubigen«, als politisches und religiöses Oberhaupt aller Muslime in der Nachfolge des Propheten Mohammed zu stehen.