America first!

Trumps Präsidentschaft: Was bringt sie seinem Land und der Welt?

Statements und Diskussion mit

© Dirk Enters | DGAP

Dr. Josef Braml

Senior Fellow, Deutsche Gesellschaft für Auswärtige Politik e.V., Berlin

© A. Savin | Wikimedia Comons

Prof. Dr. Susan Neiman

Direktorin des Einstein-Forum, Potsdam

© Uni Heidelberg

Prof. Dr. Welf Werner

Direktor des Heidelberg Center for American Studies

Gesprächsleitung
Prof. Dr. Peter Schneck, Universität Osnabrück


Mit den Kongresswahlen im November 2018 hat die Präsidentschaft Donald Trumps gerade ihre Halbzeit erreicht – und trotz aller Hoffnungen auf ein vorzeitiges Ende erscheint die Möglichkeit einer zweiten Amtsperiode des wohl umstrittensten Präsidenten der USA inzwischen keineswegs abwegig. Während für die Demokraten der ›Alptraum‹ Trump so zur alltäglich wiederkehrenden Wirklichkeit geworden ist, feiern die Republikaner die Erfolge des Präsidenten, vor allem im Hinblick auf den radikal-konservativen Umbau der Institutionen und die aggressive Umsetzung des im Wahlkampf versprochenen Programms eines ungehemmten ›ökonomischen Nationalismus‹: America first!

Während die positiven Wirtschaftsdaten und die niedrige Arbeitslosigkeit auch jene amerikanischen Wählerinnen und Wähler für Trump einzunehmen scheinen, die ihn als Politiker und vor allem als Person unerträglich und inakzeptabel finden, stellt sich selbst für die hartnäckigsten Kritiker die Frage nach möglichen politischen Alternativen, durch die vor allem die zunehmende Verständigungslosigkeit zwischen den politisch und kulturell auseinanderdriftenden Teilen der U.S.-amerikanischen Gesellschaft überwunden werden kann. Verständnislosigkeit, Entfremdung oder gar Abwendung bestimmen auch die Haltung vieler internationaler Verbündeter der USA. Selbst in aktuellen Positionsbestimmungen der deutschen Politik sind solche Tendenzen nachweisbar.

Eine kritische Bestandsaufnahme der bisherigen Präsidentschaft Trumps sollte Prognosen über mittel- und langfristige Auswirkungen seiner Politik im nationalen und internationalen Kontext wie auch Optionen für die zukünftige Gestaltung politischer und kultureller Beziehungen zur Diskussion stellen.

Josef Braml ist Politikwissenschaftler und Autor. Seit 2006 ist er Senior Fellow des Programms USA/Transatlantische Beziehungen der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik (DGAP). Zuvor war er wissenschaftlicher Mitarbeiter der Stiftung Wissenschaft und Politik. 2001 promovierte Braml an der Universität Passau in den Fächern Politikwissenschaft, Soziologie und Französische Kulturwissenschaft. 1997-1998 war er Congressional Fellow der American Political Science Association und legislativer Berater im US-Abgeordnetenhaus.

Susan Neiman ist Direktorin des Einstein Forum in Potsdam. Sie studierte Philosophie und promovierte 1986 an der Harvard Universität. Während eines Auslandsaufenthalts war sie an der Freien Universität Berlin tätig. Neiman engagierte sich gegen das Vorgehen der USA im Vietnamkrieg, gegen den Irak-Krieg der Bush-Administration und als Wahlkampfhelferin für Barack Obama. Bevor sie 2000 die Leitung des Einstein Forums übernahm, war sie Professorin für Philosophie an der Yale Universität und der Tel Aviv Universität.

Welf Werner ist Direktor des Heidelberg Center for American Studies (HCA) und Professor für American Studies an der Universität Heidelberg. 2003 Habilitation und Venia Legendi im Fach Volkswirtschaftslehre an der Freien Universität Berlin. In Lehre und Forschung beschäftigt er sich mit der Binnen- und Außenwirtschaftspolitik der USA und ihren vielfältigen Bezügen zu den Geschichts- und Politikwissenschaften. 2004 war er Mitherausgeber des Bandes Wie viel Ungleichheit verträgt die Demokratie? Armut und Reichtum in den USA.


6. Dezember 2018, 19 Uhr, Aula der Universität, Neuer Graben 29 / Schloss


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© Osnabrücker Friedensgespräche | Uwe Lewandowski

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