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Presseinformation
22. Juni 2006

 

Sind die Religionen selbst Ursache von Gewalt?

Interreligiöser Dialog bei den Friedensgesprächen

Ein Podiumsgespräch zwischen Vertretern der drei großen Weltreligionen Islam, Judentum und Christentum über die Frage, inwieweit die Religionen selbst Anlass oder nur Vorwand für Gewalt und Terror sind, steht in der Reihe der Osnabrücker Friedensgespräche am 29. Juni, 19 Uhr im Kongress-Saal der Stadthalle auf dem Programm.

Dazu werden der frühere jordanische Kronprinz, S.K.H. Prinz El Hassan bin Talal, sowie der britische Rabbiner und Professor Jonathan Magonet und der katholische Bischof von Limburg Dr. Franz Kamphaus erwartet.

Prinz Hassan von Jordanien hat sich als Publizist im arabischen Raum mit dem Verhältnis zum Christentum befasst. Er leitet u.a. das Arab Thought Forum, das den politischen Prozess in Palästina fördern will, und ist Präsident des internationalen Club of Rome. Rabbi Magonet ist Vizepräsident der Weltunion für Progressives Judentum. Bis Ende letzten Jahres leitete er das Leo Baeck College in London, eine der renommiertesten jüdischen Hochschulen. Bischof Kamphaus ist als Vorsitzender der Kommission Weltkirche der Deutschen Bischofskonferenz federführend für das Verhältnis der katholischen Kirche zu anderen Religionen.

Die Urheber von Gewalt, Terror und Unfrieden in allen Teilen der Welt berufen sich immer häufiger zur eigenen Rechtfertigung auf ihre religiöses Bekenntnis und die Gebote ihrer Konfession. Der Radikalität, mit der diese Gewalttäter ihrem eigenen Sendungsbewusstsein oft bis in den Tod folgen, entspricht die Brutalität und Wahllosigkeit, mit denen sie anderen Gewalt und Tod bringen. Die Opfer von Überfällen und Attentaten haben dieser Sicht schon durch ihren vermeintlichen Unglauben ihr Leben verwirkt.

Den offiziellen Religionen und ihren Amtsvertretern werden die Berufungen von Gewalttätern auf ihre angebliche göttliche Mission zur besonderen Bürde: Von ihnen werden Distanzierungen und präventive Maßnahmen erwartet. Sie werden gefragt, wie die Friedfertigkeit des von ihnen vertretenen Glaubens mit den Gewalttaten zusammen gehen. Aufforderungen zur Gewalt in den überlieferten religiösen Texten erscheinen da plötzlich in anderem Licht. Gilt dies auch für alle Religionen gemeinsam, so stellt sich doch auch die Frage nach den Unterschieden der Religionen im Verhältnis zur Gewalt.

Die Gesprächsleitung hat Prof. Dr. Reinhold Mokrosch von der Universität Osnabrück.

 
 
Unterstützt vom Förderkreis Osnabrücker Friedensgespräche e.V