Europa sieht Deutschland 2016

Deutschland in Europa: eine spanische Perspektive

Festvortrag zum Tag der Deutschen Einheit mit

Dr. Antonio Pau Pedron
Spanischer Jurist und Kulturwissenschaftler, Mitglied des Consejo de Estado, des höchsten Beratungsorgans der Regierung

Gesprächsleitung
Prof. Dr. Albrecht Weber, Universität Osnabrück


Spanien ist für Deutschland ein Partner von hohem Stellenwert in der Europäischen Union. Die ehemalige Kolonialmacht bietet nicht nur der Deutschen liebste Urlaubsziele und entsprechend hoch entwickelte Dienstleistungen und Produktionszweige. Das Land ist auch Brücke in die spanischsprachige Welt, außerdem kontrolliert es einen wichtigen Zugang nach Europa.

»In Deutschland leben heute rund 130.000 Spanier, die ein gutes Beispiel für Integration ohne Aufgabe der eigenen kulturellen Identität darstellen«, heißt es auf der Website der Deutschen Botschaft in Spanien, »umgekehrt leben nach neueren Schätzungen weit über 500.000 deutsche Staatsangehörige dauerhaft, d. h. länger als drei Monate im Jahr, in Spanien.

Die aktuelle Banken- und Währungskrise ist in Spanien indessen noch nicht überwunden, und die Unabhängigkeitsbestrebungen in Katalonien werden im übrigen Land als Bedrohung empfunden. Die Arbeitslosenquote liegt bei über 20 %, und die Staatsverschuldung wächst weiter. Dennoch erhält Ministerpräsident Rajoy aus Deutschland Lob für seinen Regierungsstil und seine Reformerfolge.

Wie beeinflussen diese Gegebenheiten die Sicht auf das seit 26 Jahren wiedervereinte Deutschland und die Deutschen?

Dr. Antonio Pau Pedron
Jurist und Publizist, hoher Justizbeamter und ehemaliger Vertreter Spaniens bei der Europäischen Union – Geb. 1953 bei Toledo/Spanien, aufgewachsen in Marokko, Deutschland und Frankreich und der spanischen Hauptstadt, absolvierte er hier das Colegio Alemán und schloss ein Studium der Rechte mit Doktorat an der Universidad Autónoma de Madrid ab. Pau ist Mitglied des Consejo de Estado, des höchsten Beratungsorgans der Regierung, und der Königlichen Akademie der moralischen und politischen Wissenschaften. Neben seiner Tätigkeit als Jurist veröffentlichte er kulturwissenschaftliche Studien u. a. zur deutschen Literatur des späten 18. bis 20. Jahrhunderts. 2011 wurde Pau mit der Lichtenberg-Medaille der Göttinger Akademie der Wissenschaften ausgezeichnet.


3. Oktober 2016, 11 Uhr, Ratssitzungssaal des Rathauses, Markt


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© Osnabrücker Friedensgespräche | Uwe Lewandowski

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