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20. Oktober 2009

 


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Integration der Zuwanderer und ihrer Familien im europäischen Vergleich

Friedensgespräch mit Minister Laschet und Experten aus den Niederlanden und Dänemark

Neugierige Blicke zu den Nachbarn können nützlich sein: Integrationspolitik einmal im Vergleich zu untersuchen, ist die Idee des Friedensgesprächs am Dienstag, 27. Oktober 2009, 19 Uhr. Dazu werden im Kongress-Saal der OsnabrückHalle der nordrhein-westfälische Minister Armin Lachet, der Amsterdamer Soziologe Paul Scheffer und der in Dänemark lehrende Integrationsforscher Wolfgang Zank über Erfahrungen mit unterschiedlichen Modellen und Praktiken der Integration berichten und diskutieren.

Haben Gesellschaften, die als eher weltoffen oder liberal gelten, ähnliche oder womöglich größere Probleme mit der Integration von Einwanderern? Der Aufsehen erregende Mord an dem niederländischen Rechtspolitiker Fortuyn oder der Karikaturenstreit in Dänemark scheinen letzteres nahezulegen. In allen europäischen Ländern sind Zuwanderung und Integration zu Top-Themen der Politik geworden. Allerdings unterscheiden sich die Rezepte, mit denen interkulturellen Konflikten und einer drohenden Gesellschaftsspaltung begegnet werden, beträchtlich.

Bundesinnenminister Schäuble initiierte 2006 die Deutsche Islamkonferenz, bei der Vertreter muslimischer Organisationen mit Politikern und Wissenschaftlern an einen Tisch gebracht wurden, um Hindernisse der Integration im Konsens zu überwinden. In den Niederlanden entstanden schon 30 Jahre früher ähnliche Gremien im Rahmen einer neuen ethnischen Minderheitenpolitik. Dänemark betreibt seit einem Jahrzehnt eine restriktive Zuwanderungs- und Integrationspolitik, die von Mitte-Rechts-Regierungen ständig verschärft wurde. In Deutschland steigen die Anforderungen an die Einwanderer und ihre Familien: Die Einbürgerung ebenso wie der Familiennachzug wird an das Bestehen entsprechender Tests gebunden. Die Beibehaltung etwa der türkischen Staatsangehörigkeit ist - anders als bei einer Herkunft aus einem EU-Mitgliedsstaat - nicht möglich, wenn man Deutsche / r werden möchte.

Sind weitere Forderungen an die Zuwanderer, die einen schnelleren Spracherwerb oder eine bessere Unterstützung von Einwandererkindern in der Schule zum Ziel haben, sinnvoll und einlösbar?

Armin Laschet amtiert seit 2005 als Minister für Generationen, Familie, Frauen und Integration in NRW. Der 1961 geborene Jurist war Journalist, Chefredakteur und Verlagsleiter, bevor er 1989 in Aachen Ratsherr wurde. Von 1994 bis 1998 war Laschet Bundestagsabgeordneter, von 1999 bis 2005 Mitglied des Europäischen Parlaments. Seit 2005 leitet er das Kuratorium des Essener Zentrums für Türkeistudien, seit 2008 ist er Mitglied im Zentralkomitee der deutschen Katholiken und im CDU-Bundesvorstand.

Paul Scheffer ist seit 2003 Professor für Stadtsoziologie an der Universiteit van Amsterdam. Geboren 1954, studierte er Psychologie und Politikwissenschaft und arbeitete im Forschungsinstitut der Parteij van de Arbeid (PvdA). Er ist auch Journalist und Buchautor. Sein Buch »Die Eingewanderten. Toleranz in einer grenzenlosen Welt« erschien 2008.

Wolfgang Zank studierte Geschichte, Wirtschaftswissenschaften und Soziologie in Bochum, lehrt seit 1984 an dänischen Universitäten und untersucht soziale und kulturelle Integrationsprozesse. Er ist Professor für European Studies an der Universität Aalborg und Journalist u.a. für DIE ZEIT.

Das in Kooperation mit dem Jean Monnet Centre of Excellence in European Studies der Universität stattfindende Friedensgespräch wird geleitet von Dr. Daniela De Ridder.

 
Unterstützt vom Förderkreis Osnabrücker Friedensgespräche e.V.