{"id":6722,"date":"2014-10-19T11:00:00","date_gmt":"2014-10-19T09:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.ofg.uni-osnabrueck.de\/?p=6722"},"modified":"2024-07-05T13:11:49","modified_gmt":"2024-07-05T11:11:49","slug":"musica-pro-pace-2014","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.ofg.uni-osnabrueck.de\/en\/musica-pro-pace-2014\/","title":{"rendered":"musica pro pace 2014"},"content":{"rendered":"\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><\/h3>\n\n\n\n<p><strong>Ausf\u00fchrende<\/strong><br>Osnabr\u00fccker Symphonieorchester<br>Andreas Hotz, Dirigent<br><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Werke<\/strong><br>Krzysztof Penderecki: Threnos. Den Opfern von Hiroshima [1960]<br>Gustav Mahler: Sinfonie Nr. 9 [1909]<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Moderation:<\/strong> Stefan Hanheide<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-css-opacity\"\/>\n\n\n\n<p>Die Werke des Konzertes umschlossen die beiden Weltkriege, deren Gedenken 2014 begangen wurde \u2013 den Ausbruch des Ersten Weltkrieges vor 100 Jahren und den des Zweiten Weltkrieges vor 75 Jahren. <\/p>\n\n\n\n<p>Pendereckis Komposition \u201eThrenos. Den Opfern von Hiroshima\u201c thematisiert den Atombombenabwurf auf die japanische Stadt am 6. August 1945. Obwohl von nur neunmin\u00fctiger Dauer, ist sie das bedeutendste Orchesterwerk, das als Anklage gegen den Krieg geschrieben wurde. Endlich wurde es in Osnabr\u00fcck erstmals aufgef\u00fchrt. Das Werk aus dem Jahre 1960 verwendet die au\u00dfergew\u00f6hnlich gro\u00dfe Zahl von 52 Streichinstrumenten (24 Violinen, je 10 Bratschen und Celli, 8 Kontrab\u00e4sse). Seine innovativen Spieltechniken und Kompositionsverfahren stellten Penderecki an die Spitze der Avantgarde. Sie machten den heute in der N\u00e4he von Krakau lebenden 81-J\u00e4hrigen zu einem der bedeutendsten Komponisten seiner Zeit. Penderecki erzeugt mit neuartiger Behandlung der Streichinstrumente ganz andersartige Kl\u00e4nge als die gewohnten. Dazu musste die herk\u00f6mmlich Notenschrift durch eine ganz neue Notationsweise ersetzt werden. So ist es ihm gelungen, in Verbindung mit dem Hinweis auf Hiroshima Vorstellungen und Emotionen von dieser Katastrophe bei den H\u00f6renden entstehen lassen (s. Kasten). Die au\u00dfergew\u00f6hnlichen Klangeindr\u00fccke \u00fcberdecken die extreme Ordnung in dem Werk, die sich z.B. in einer Reihe von Kanons niederschl\u00e4gt. Die Musik l\u00f6st Reaktionen aus, die von tiefer Betroffenheit \u00fcber die exorbitante Vernichtungsmaschinerie, \u00fcber das unvorstellbare Leid und die Menschenverachtung der Entscheidungstr\u00e4ger erf\u00fcllt sind.<br><\/p>\n\n\n\n<p>Mahlers Neunte Sinfonie ist ebenso eines der ganz gro\u00dfen musikalischen Kunstwerke des 20. Jahrhunderts. Es hat im engeren Sinne mit Krieg und Frieden nichts zu tun. Seiner Entstehung vorausgegangen waren zwei Schicksalsschl\u00e4ge, die Mahler im Sommer 1907 trafen: zum einen der Tod seiner f\u00fcnfj\u00e4hrigen Tochter, zum anderen die Diagnose eines lebensbedrohlichen Herzfehlers, die sein Leben v\u00f6llig ver\u00e4nderte. Aber Mahlers Musik ist weit mehr als der Ausdruck pers\u00f6nlicher Befindlichkeit. Er verstand seine Sinfonien als \u201eWiderbild der Welt\u201c. Seine Neunte Sinfonie ist ein gro\u00dfer Abschiedsgesang an eine zu Ende gehende Epoche. Alban Berg beschrieb die Musik als \u201eAusdruck einer unerh\u00f6rten Liebe zu dieser Erde, als Sehnsucht, in Frieden auf ihr zu leben, bevor der Tod kommt\u201c. In den beiden ausladenden langsamen Rahmens\u00e4tzen kommt diese Liebe zur Erde zum Ausdruck. Im ersten klingen Verst\u00f6rungen in die melancholisch sch\u00f6ne Welt hinein: Ersch\u00fctterungen, Explosionen und Aufschreie enden im Zusammenbruch. Der letzte Satz ist eine liebende Umarmung der Welt in der Gewissheit des Abschieds. Dem stehen die beiden k\u00fcrzeren, schnelleren Mittels\u00e4tzen gegen\u00fcber, die die vulg\u00e4ren und widerspr\u00fcchlichen Seiten der Welt sarkastisch hervorzukehren scheinen. Ein grotesk verzerrtes Scherzo wird gefolgt von einer Rondo-Burleske, die in \u00fcbersteigerter Wildheit endet. Der Schlusssatz kehrt zur elegischen Ruhe des Anfans zur\u00fcck und klingt in v\u00f6lligem Stillstand aus. Mit dieser Grundausrichtung l\u00e4sst sich das 1908\/10 geschaffene Werk auch als ein Abbild der Befindlichkeit vor dem Ersten Weltkrieg verstehen. Und es kann als eine ergreifende Antwort auf das von Penderecki&nbsp; geschaffene Klanggem\u00e4lde der Zerst\u00f6rung und des Entsetzens geh\u00f6rt werden. Die Antwort kennt die Gewissheit des Scheiterns und die Melancholie des Verlustes, aber auch den weiten Blick dar\u00fcber hinaus.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-css-opacity\"\/>\n\n\n\n<p>19. Oktober 2014, 11 Uhr, und 20. Oktober 2014, 20 Uhr, Osnabr\u00fcckHalle<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Konzert zum Osnabr\u00fccker Friedenstag<\/strong><\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"643\" height=\"911\" src=\"https:\/\/www.ofg.uni-osnabrueck.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Plakat-mpp-2014-1.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-6735\" srcset=\"https:\/\/www.ofg.uni-osnabrueck.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Plakat-mpp-2014-1.jpg 643w, https:\/\/www.ofg.uni-osnabrueck.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Plakat-mpp-2014-1-212x300.jpg 212w\" sizes=\"auto, (max-width: 643px) 100vw, 643px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Plakat musica pro pace 2014<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In Kooperation mit dem Theater Osnabr\u00fcck<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[9,8],"tags":[],"class_list":["post-6722","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-musica-pro-pace","category-unkategorisiert","generate-columns","tablet-grid-50","mobile-grid-100","grid-parent","grid-50"],"wps_subtitle":"In Gedenken an die beiden Weltkriege - Penderecki und Mahler","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.ofg.uni-osnabrueck.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/6722","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.ofg.uni-osnabrueck.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.ofg.uni-osnabrueck.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.ofg.uni-osnabrueck.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.ofg.uni-osnabrueck.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=6722"}],"version-history":[{"count":12,"href":"https:\/\/www.ofg.uni-osnabrueck.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/6722\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":14741,"href":"https:\/\/www.ofg.uni-osnabrueck.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/6722\/revisions\/14741"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.ofg.uni-osnabrueck.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=6722"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.ofg.uni-osnabrueck.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=6722"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.ofg.uni-osnabrueck.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=6722"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}