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Presseinformation
27. Juni 2013

 

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Verständigung mit Iran

Macht neuer Präsident Rohani Frieden möglich?

Die Wahl des neuen iranischen Präsidenten Rohani weckt Friedenshoffnungen. Ob der neue Amtsinhaber die Erwartungen erfüllen kann, diskutieren der Islamwissenschaftler und Publizist Navid Kermani, die iranische Künstlerin Parastou Forouhar und der TV-Journalist Ulrich Tilgner bei einem Osnabrücker Friedensgespräch im Rathaus am Donnerstag, 4. Juli, 19 Uhr.

Den jüngsten politischen Entwicklungen im Iran gingen Jahre der diplomatischen Eiszeit und wirtschaftlicher Boykottmaßnahmen des Westens voraus, mit denen Irans Anstrengungen, als Islamische Republik Atommacht zu werden, beantwortet wurden. 1979 hatte eine soziale Revolution die Regentschaft des westlich orientierten Schahs von Persien beendet. Die neue schiitische Führungselite versprach die Beseitigung sozialer Ungleichheit und die Überwindung von Armut. Stattdessen führten 1980 Aufstände in einen blutigen, bis 1988 andauernden Krieg gegen den Nachbarn Irak.

Gefördert durch den obersten schiitische Rechtsgelehrten Ajatollah Chamenei war zuletzt Präsident Ahmadinedschad Regierungschef im Iran. Ihm wurde immer wieder vorgeworfen, mit Vernichtungsdrohungen gegen Israel und durch seine Unterstützung der libanesischen Hisbollah und des syrischen Herrschers Assad die Konflikte im Nahen Osten anzuheizen.

Die Menschenrechtslage im Iran wird seit langem kritisiert. Die freie Meinungsäußerung, die Versammlungs- und die Vereinigungsfreiheit sind stark eingeschränkt. Oppositionelle und Bürgerrechtler werden willkürlich festgenommen, dürfen nicht ins Ausland reisen. Inhaftierten drohen Folter und Misshandlungen. Amnesty International berichtet über die Vollstreckung der Todesstrafe an mehreren Hundert Menschen im Jahr 2012.

Zu Statements und Diskussion erwartet Moderator Reinhold Mokrosch folgende Gesprächspartner: Dr. Navid Kermani wurde 1967 in Siegen als Kind iranischer Eltern geboren. Er studierte Orientalistik, Philosophie und Theaterwissenschaft in Köln, Kairo und Bonn und forschte anschließend am Wissenschaftskolleg zu Berlin und am Kulturwissenschaftlichen Institut Essen. Derzeit ist er Gastprofessor für Ideengeschichte des Islam an der Goethe- Universität Frankfurt.

Die Iranerin Parastou Forouhar studierte zunächst in Teheran Kunst und wechselte 1991 an die Hochschule für Gestaltung in Offenbach. Seit 2001 nahm sie mehrere Künstlerstipendien wahr und stellt ihre Arbeiten international aus (zuletzt in Brüssel). Ihre Eltern Parwaneh und Dariush Forouhar wurden im Herbst 1998 als führende oppositionelle Politiker Opfer einer Reihe politischer Morde im Iran.

Der frühere ZDF-Auslandskorrespondent Ulrich Tilgner, geboren 1948 in Bremen, berichtet seit 1980 für TV und Presse aus dem Nahen und Mittleren Osten, u. a. aus Amman, Bagdad und von 2002 bis 2008 aus Teheran und Afghanistan. Er studierte Kultur-, Politikwissenschaft und Wirtschaftsgeschichte in Freiburg und Tübingen. Seit 1976 arbeite er als Journalist.

 
Unterstützt vom Förderkreis Osnabrücker Friedensgespräche e.V.