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Presseinformation
6. Juni 2013

 

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Energie und Frieden

Diskussion mit Ernst-Ulrich von Weizsäcker und Stephan Kohler

Die Zusammenhänge zwischen Energieerzeugung und -verbrauch, Klimawandel und Ressourcensicherheit, Stromnetzausbau und -kostenbremse thematisiert ein Osnabrücker Friedensgespräch am Dienstag, 11. Juni, 19 Uhr, in der Schlossaula der Universität. Podiumsgäste sind zwei langjährig mit Energiefragen befasste Experten: Prof. Dr. Ernst- Ulrich von Weizsäcker ist Co-Präsident des Club of Rome. Stephan Kohler leitet die von der Bundesregierung und der KfW Bank gegründete Deutschen Energie-Agentur.

Ist das Gelingen der Energiewende auch eine Friedensfrage? Tatsächlich sind die meisten Kriege der neueren Geschichte auch um die Beherrschung von Energiequellen geführt worden. Im Nahen und Mittleren Osten sind es nicht zuletzt die Erdölvorkommen, die seit Jahrzehnten zu Spannungen und kriegerischen Auseinandersetzungen führen. Auch in vielen Regionen Afrikas sind die Energiegewinnung und die Aneignung damit erzielter Gewinne von massiver Gewaltanwendung begleitet.

Energiekonflikte verursachen aber auch tiefe innenpolitische Spaltungen. Die Auseinandersetzung über die zivile Nutzung der Atomenergie ist in Europa keineswegs beendet, und die Energiewende steht noch am Anfang. Die Brisanz von Energiekonflikten ist an vielen Stellen spürbar: Der Zusammenhang von Energiehunger und globaler Erwärmung und der Ressourcenkonflikt um »Tank oder Teller« fordern gut begründete Entscheidungen. Auch erneuerbare Energien sind nicht unumstritten, wie die Kritik gegen eine »Verspargelung« der Landschaft durch Windräder und die »Vermaisung« der Natur zeigen. Hinzu kommen ungelöste und drängende Probleme beim Bau neuer Stromtrassen und Speicherkraftwerke, die den inneren Frieden auf eine weitere Probe stellen.

Ernst-Ulrich von Weizsäcker wurde 1972 Professor für Biologie an der Universität Essen und 1975 Präsident der Universität Kassel. 1981 wurde er Direktor des UNO-Zentrums für Wissenschaft und Technologie in New York. Von 1991 bis 2000 war er Präsident des Wuppertal Instituts für Klima, Umwelt, Energie. 1998 kam er als SPD-Abgeordneter in den Bundestag, wo er von 2002 bis 2005 den Umweltausschuss leitete. Für sein Wirken erhielt von Weizsäcker bedeutende Ehrungen, darunter 2008 den Umweltpreis der Deutschen Bundesstiftung Umwelt.

Stephan Kohler kam nach Tätigkeiten in der Industrie 1981 zum Öko-Institut Freiburg, wo er ab 1983 den Fachbereich Energie leitete. Von 1991 bis 1993 war er Vorstandsmitglied des Öko-Instituts, von 1982 bis 1984 Vorstandsmitglied im Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz (BBU) und von 1995 bis 1997 Mitglied im Beirat des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland e.V. (BUND)

Das Gespräch leiten Prof. Dr. György Széll und Prof. Dr. Roland Czada von der Universität Osnabrück.

 
Unterstützt vom Förderkreis Osnabrücker Friedensgespräche e.V.