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Presseinformation
14. Juni 2012

 

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Religionsfreiheit auf dem Rückzug?

Die Freiheit des Glaubens und die Rechte der Minderheiten

Die Osnabrücker Friedensgespräche widmen sich am Donnerstag, 21. Juni, 19 Uhr, dem Grund- und Menschenrecht auf religiöse Freiheit und dessen Geltung in verschiedenen Regionen der Erde. Im Ratssitzungssaal des Osnabrücker Rathauses werden mit Prof. Dr. Heiner Bielefeldt, der Bundestagsabgeordneten Dr. Maria Flachsbarth (CDU) und dem langjährigen Pfarrer der Evangelischen Gemeinde in Istanbul, Holger Nollmann, drei Experten das Thema aus unterschiedlichen Blickwinkeln angehen.

Der Philosoph, Theologe und Historiker Heiner Bielefeldt wurde 2010 zum UN-Sonderberichterstatter über Religions- und Weltanschauungsfreiheit berufen. An der Universität Erlangen-Nürnberg ist er Professor für Menschenrechte und Menschenrechtspolitik. Von 2003 bis 2009 war er Direktor des Deutschen Instituts für Menschenrechte in Berlin.

Dr. Maria Flachsbarth ist seit 2002 Mitglied des Bundestages und seit 2009 Beauftragte für Kirchen und Religionsgemeinschaften der CDU/CSU-Bundestagsfraktion. Sie war als Wiss. Mitarbeiterin an der Tierärztlichen Hochschule Hannover tätig, bevor sie Mitarbeiterin der Hochschulleitung wurde und zuletzt die Arbeit der Pressestelle der TiHo verantwortete. Im Jahr 2011 wurde Flachsbarth zur Präsidentin des Katholischen Deutschen Frauenbundes gewählt.

Als Pfarrer der Evangelischen Kirchengemeinde in der Türkei hat Holger Nollmann von 2002 bis 2011 in Istanbul gewirkt und kann somit über die Lage der rund 100.000 Christen in der Türkei aus eigener Anschauung Auskunft geben. Heute ist Nollmann zurück im heimatlichen Bochum und als Gemeindepfarrer zugleich Projektbeauftragter für das interkulturelle und interreligiöse Stadtteilbegegnungszentrum Friedenskirche Bochum-Stahlhausen.

Während gegenwärtig und in jüngerer Vergangenheit zahlreiche Terrorakte und Bürgerkriege in Staaten wie dem Irak, in Afghanistan, im Jemen und in Pakistan, aber auch in Indien und im nördlichen Afrika sowie aktuell in Syrien viele Muslime unterschiedlicher Glaubensrichtungen das Leben kosteten, stufen einzelne christliche Organisationen demgegenüber das Christentum als am meisten verfolgte Religion weltweit ein. Dies stellt einem Zeitungsbericht zufolge Heiner Bielefeldt in Frage. Über den regelmäßig veröffentlichten »Weltverfolgungsindex« des evangelikalen Hilfswerks »Open Doors« sagte er jüngst: »Ich habe große Zweifel daran, dass diese Zahlen solide sind«, und kritisierte, die Organisation lege keine klaren Kriterien für den Begriff der Verfolgung zugrunde und verwende den Terminus »Christenverfolgung« deswegen zu weitläufig.

Im Zentrum des Friedensgesprächs unter Leitung des Theologen Prof. Dr. Reinhold Mokrosch von der Universität Osnabrück soll indessen die Frage stehen, wie die Geltung der Religionsfreiheit weltweit gefördert werden kann und welche Beiträge dazu aus Deutschland und Europa kommen können.

 
Unterstützt vom Förderkreis Osnabrücker Friedensgespräche e.V.