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Presseinformation
21. September 2011

 

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Europa sieht Deutschland

Polens Bürgerrechtsbeauftrage hält Festvortrag am Tag der Deutschen Einheit

Unter dem Motto »Europa sieht Deutschland« steht alljährlich das Friedensgespräch am Tag der Deutschen Einheit. Der Landkreis, die Stadt und die Universität Osnabrück laden in diesem Jahr zur Matinee am 3. Oktober, 10.30 Uhr, erneut in das Kreiszentrum am Schölerberg ein. Nach einem Empfang wird um 11 Uhr die polnische Bürgerrechtsbeauftragte Prof. Dr. Irena Lipowicz den Festvortrag unter dem Titel »Polen und Deutsche in zwei Jahrzehnten neuer Freiheit« halten.

Als Stipendiatin der Alexander-von-Humboldt-Stiftung forschte Irena Lipowicz nach ihrem Studium der Rechtwissenschaften im polnischen Kattowitz auch an den Universitäten Tübingen und Heidelberg. 1998 wurde sie zur Professorin für Verwaltungsrecht an die Universität Warschau berufen. Nicht zuletzt ihr frühes Engagement für die polnische unabhängige Gewerkschaftsbewegung Solidarnosc führte sie 1991 als Abgeordnete in das polnische Parlament, den Sejm. Im Jahr 2000 wurde Irena Lipowicz zur Außerordentlichen Botschafterin in Österreich ernannt und war von 2004 bis zur Regierungsübernahme durch Ministerpräsident Kaczynski im Jahr 2006 Sonderbeauftragte Botschafterin für die Deutsch-Polnischen Beziehungen. Von 2008 bis 2010 leitete sie die von Deutschland und Polen getragenen Stiftung für deutsch-polnische Zusammenarbeit. Für ihr Wirken erhielt Frau Lipowicz zahlreiche Ehrungen und Auszeichnungen, darunter das Bundesverdienst-kreuz und im Jahr 2009 die Ehrendoktorwürde der Universität Osnabrück.

Die zur politischen Partei gewordene Solidarnosc siegte im Juni 1989 überwältigend bei den ersten freien Wahlen Polens. Im Dezember 1990 wurde ihr Irena Lipowicz Gründer Lech Walesa in einer Volkswahl zum Staatspräsidenten gewählt. Ein Aufbruch der Staaten des ehemaligen Ostblocks in Richtung Marktwirtschaft begann. Er führte auch zu einer wachsenden Zahl von Begegnungen zwischen Deutschen und Polen. Seit 2004 ist Polen, zusammen mit neun weiteren Staaten, Mitglied der Europäischen Union. Das Land ist inzwischen zu einem Musterland der EU geworden, das von der aktuellen Wirtschafts- und Schuldenkrise wenig betroffen ist.

Die Gesellschaft Polens erscheint heute stark modernisiert. Reise- und andere Freiheitsrechte sind für die jüngere Generation längst Normalität. Aber auch wenn unterschiedliche Wirtschaftsinteressen und politische Meinungsverschiedenheiten wie um den Bau einer Gas-Pipeline durch die Ostsee an Polen vorbei, die Pläne für eine Stationierung eines NATO-Raketenabwehrsystems in Polen oder das für Berlin geplante Zentrum gegen Vertreibung als überwindbar erscheinen, bleibt das deutsch-polnische Verhältnis empfindlich. Was zu seiner Festigung und Verbesserung getan werden kann, wird ebenfalls Thema der Veranstaltung sein, zu der Interessierte herzlich eingeladen sind.

 

 
Unterstützt vom Förderkreis Osnabrücker Friedensgespräche e.V.