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24. September 2009

 


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Ungarns Weg in die Europäische Gemeinschaft

Friedensgespräch zum Tag der Einheit mit Kabinettsmitglied aus Budapest

Erstmals im Kreishaus am Schölerberg findet am Samstag, den 3. Oktober, 11 Uhr, das diesjährige Osnabrücker Friedensgespräch zum Tag der Deutschen Einheit statt. Stadt, Universität und Landkreis laden gemeinsam zu dieser Veranstaltung ein.

Seit Beginn stehen die Friedensgespräche an diesem Tag unter dem Motto »Europa sieht Deutschland« und präsentieren namhafte Referenten aus den europäischen Nachbarländern, die ihre Sicht auf das seit 1990 wiedervereinigte Deutschland darlegen. Unter dem Titel »Ungarns Weg in die Europäische Gemeinschaft« wird Dr. István Hiller, Minister für Bildung und Kultur der Republik Ungarn, den Festvortrag in deutscher Sprache halten. Dabei wird auch die Entwicklung des Verhältnisses Ungarns zu Deutschland in den vergangenen zwei Jahrzehnten zur Sprache kommen. Eine Einführung wird Prof. Dr. György Széll von der Universität Osnabrück geben, der auch die anschließende Diskussion mit dem Publikum moderieren wird.

Die von vielen Menschen lange ersehnte Überwindung der Systemgrenzen zwischen Ost und West begann vor 20 Jahren. Sie nahm ihren Anfang in Ungarn, wo am 27. Juni 1989 der damalige Außenminister und spätere Ministerpräsident Gyula Horn zusammen mit seinem österreichischen Amtskollegen Mock symbolisch die Grenze durchschritt. Bald darauf, am 19. August, sollte es einer großen Zahl von DDR-Bürgern gelingen, in Form eines als »paneuropäisches Picknick« angekündigten Massenspaziergangs den gleichen Weg zu gehen. Im September 1989 öffnete Ungarn seine Grenzen für DDR-Bürger endgültig. Schon im Oktober 1989 trat in Ungarn eine neue Verfassung als Grundlage einer demokratischen Republik in Kraft. 1990 fanden die ersten freien Parlamentswahlen Ungarns seit 1947 statt.

1999 wurde Ungarn Mitglied der NATO, und im Jahr 2004 gehörte es zu einer Gruppe von zehn Staaten, die als neue Mitglieder in die Europäische Union aufgenommen wurden. Seither verläuft die politische und wirtschaftliche Entwicklung für die Ungarn nicht immer geradlinig: Problematische Regierungsbildungen, politische Vertrauenskrisen und rechtsextreme Parteien gefährden die politische Stabilität. Ein starker Importüberschuss, anhaltende Haushaltsdefizite und die jüngste Finanzkrise werfen Schatten auf die ökonomische Situation des Landes.

Dr. István Hiller Dr. István Hiller amtiert seit 2006 als Minister für Bildung und Kultur. Der 1964 im ungarischen Sopron geborene Historiker studierte in Budapest und von 1986 bis 1987 in Heidelberg. 1990 promovierte er am Lehrstuhl für Ungarische Geschichte im Mittelalter und in der Frühen Neuzeit der Budapester Universität. Bis 2002 war er dort auch als Dozent tätig. Das Jahr 1989 brachte Hiller in die Politik: Er wurde Mitbegründer der Ungarischen Sozialistischen Partei MSZP, in der er verschiedene Funktionen wahrnahm, so von 2004 bis 2007 den Parteivorsitz. Im Jahr 2002 zum Staatssekretär im Ministerium für Bildung berufen, war er von 2003 bis 2005 Minister für Nationales Kulturerbe.

 
Unterstützt vom Förderkreis Osnabrücker Friedensgespräche e.V.