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Presseinformation
3. Juli 2008

 

Manipulationen in Politik und Wirtschaft

Friedensgespräch zu jüngsten Korruptionsskandalen

Hans Leyendecker ist einer der bekanntesten deutschen Pressejournalisten. Seinen herausragenden Ruf als Aufklärer krimineller Machenschaften in Politik und Wirtschaft begründeten zahlreiche seiner Enthüllungen: Der heutige SZ-Redakteur deckte in vielen Fällen auf, was andere unter dem Teppich halten wollten: Parteispenden des Flick-Konzerns brachte der investigative Journalist im Jahr 1982 ans Licht ebenso wie im Jahr 1999 die Spendenaffäre um Bundeskanzler Helmut Kohl. Hinzu kommen erfolgreiche Recherchen in der VW-Korruptionsaffäre und Nachrichten über verheimlichte Nebeneinkünfte von Politikern. Erwiesene Korruption oder mindestens einschlägige Verdächtigungen in diese Richtung ließen die meisten dieser Vorgänge zu Skandalen werden, die die Republik beschäftigten.

Am Donnerstag, 10. Juli 2008, 19 Uhr, ist Leyendecker Gast bei einem Friedensgespräch über das Thema Korruption in der Aula der Universität, Neuer Graben, Schloss. Mit ihm diskutieren Dr. Peter Eigen, Gründer der Antikorruptions-Organisation "Transparency International", und Dr. Heribert Ostendorf, früherer Generalstaatsanwalt in Schleswig Holstein und Herausgeber eines wissenschaftlichen Standardwerks unter dem Titel "Korruption im öffentlichen Dienst".

Dass Korruption mit aktiver Beteiligung aus den westlichen Industriestaaten auch die Länder der Dritten Welt überzieht, hat Peter Eigen als Jurist in Diensten der Weltbank über Jahre erfahren. Er arbeitete als Anwalt in der Rechtsabteilung der Weltbank in Washington, bevor er 1973 juristischer Berater der Regierung von Botswana wurde. Von 1975 bis 1993 war der Direktor der Weltbank-Regionalkommissionen für Westafrika, Ostafrika und Lateinamerika. 1993 gründete er "Transparency International", jene Organisation, die inzwischen die Korruption weltweit bekämpft. Neuestes Projekt von Eigen ist die Extractive Industries Transparency Initiative (EITI), ein Zusammenschluss von Regierungen, Wirtschaftsunternehmen und Nichtregierungsorganisationen, die speziell die Geschäftspraktiken der Rohstoff-Industrien unter die Lupe nehmen will. An der Freien Universität Berlin lehrt Eigen außerdem Politikwissenschaften.

Dritter Gesprächspartner der von Prof. Reinhold Mokrosch geleiteten Podiumsdiskussion ist Heribert Ostendorf, Professor für Rechtswissenschaften an der Universität Kiel. Er war als Richter tätig, bevor er 1981 zum Professor für Strafrecht an die Universität Hamburg berufen wurde. Von 1989 bis 1997 war er oberster Staatsanwalt in Schleswig-Holstein. Heute leitet er die Forschungsstelle für Jugendstrafrecht und Kriminalprävention an der Universität Kiel.

Unterstützt vom Förderkreis Osnabrücker Friedensgespräche e.V